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Wo der Asphalt endet

Tagelang waren Miroslava und Christiana telefonisch nicht erreichbar. Ihre Mutter Mariana konnte die Internetgebühren nicht bezahlen, weil sie wegen der Corona-Krise schlagartig ihren Job in einer Fischfabrik im bulgarischen Sliven verloren hat. Ohne Arbeit und Sozialversicherung kann Mariana nicht für ihre Töchter sorgen. Die 29-Jährige lebt mit den Teenagern bei ihren Großeltern, zu fünft in zwei Zimmern. Der Vater ihrer Kinder war bald nach Christianas Geburt von einer Reise auf der Suche nach Arbeit nicht zurückgekehrt. Das ist Alltag für viele Frauen im Roma-Slum Nadeshda.

Nadeshda bedeutet „Hoffnung“ und ist der Inbegriff von Hoffnungslosigkeit. Hier gilt: „Wo der Asphalt endet, beginnt das Viertel der Roma.“ Das Ghetto liegt umgeben von einer hohen Backsteinmauer am Rand von Slive…

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