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Wir sind also ein Gemälde

Man muss die Kiefern besingen, steil aufragende Stämme, nie eben oder gleichförmig, mal schräg zur Mittelachse gekippt, obenauf plötzlich verwachsen, baumgewordener Eigensinn, wilder Kontrast zu scharfen Linien, zum frischen Weiß dazwischen, zu dem, was Architekten und Eingeweihte Kubatur nennen. Kiefern sind Pionierpflanzen, dass ein lichtes Kiefernwäldchen die vier Meisterhäuser in Dessau umfasst, passt ganz gut. Jedenfalls lassen sie die strengen, vertikal verschachtelten Fassaden hervortreten und werfen frischen Schatten in die schon kräftige Aprilsonne.

Im Bauhaus-Jubeljahr geht kaum eine Woche vorüber, ohne dass ein Event um Besuch bittet, die offizielle Feierwut strapaziert etwas. Bei all dem verbreit der weit ausgreifende Begriff „Bauhaus“ oft zum simplen Retro-Futurismus. Agent…

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