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Walverwandtschaft

Die Bühne ist fast finster. August Diehl, der bald darauf den schwindsüchtigen Edmund Tyrone spielen wird, spricht langsam, das Zeitmaß der folgenden vier Stunden vorgebend, Eugene O’Neills Regieanweisungen zum Szenenbild von Eines langen Tages Reise in die Nacht. Aber wenn es etwas heller wird, sieht man nicht das Wohnzimmer eines Sommerhauses am Meer mit Büchern von Balzac, Kropotkin und Kipling, sondern eine Ödnis mit Felsbrocken und dem Skelett eines Wals.

Martin Zehetgrubers Seelenlandschaft, die nur noch verschämt andeutet, dass das Stück in einer Hafenstadt spielt, bleibt die erste und die letzte Abweichung von O’Neills Vorgaben. Danach hält sich Andrea Breth mit selten gewordener Treue an den Text. Mit bewundernswertem Starrsinn beharrt sie auf einem Theaterverständnis, das von …

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