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Mähne, Mähne, Theke

Ein absolut beglückender Umstand, das Jahr 1968 in Düsseldorf erlebt zu haben – während anderswo die Studentenschaft revoltierte, ballten sich hier am Rhein viele der kreativen Kräfte dieser Zeit. Zwischen Akademie und Altstadt war gefühlt mehr Kunst als Politik vor Ort. Begünstigt vom Genius Loci entstand eine Kunst, die die ganze 68er-Bewegung mit antrieb. Warum ausgerechnet Düsseldorf? Auf Befehl höherer Wesen, würde Sigmar Polke sagen. Die rheinische Liberalität, das Laisser-faire in „Klein-Paris“ ließen ein Kraftzentrum der durch Krieg und Nachkriegszeit unterbrochenen deutschen Gegenwartskunst entstehen, deren Bedeutung erst nach und nach klar wurde.

Von staatlicher Gängelung wie von überkommenen Traditionen der Malerei befreit, hatte sich der Kunstbegriff seit den späten 1950ern …

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