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Nouvelle Vague auf Sizilianisch

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Das Kiosk „La Sicilia“ in Cantania, Sizilien (1984)

Foto: Dieter Bauer/IMAGO

„Jeder von uns muss, um frei zu sein, um seiner Würde treu zu bleiben, ein Häretiker sein“, schrieb der sizilianische Romancier Leonardo Sciascia. Vor ziemlich genau hundert Jahren geboren, im Brotberuf ein mäßig begabter Volksschullehrer, hat er den italienischen Kriminalroman, den Giallo, auf eine neue Stufe gehoben. Sei es in Tag der Eule (1961), das 1968 von Damiano Damiani mit Franco Nero und Claudia Cardinale verfilmt wurde, in Todo modo (1970) oder im dokumentarischen Probelauf der Affäre Moro (1978) – der Kriminalfall führt stets in jenes Zwielicht, in dem sich die intime Seite der Kultur zeigt. Dort hineinzublicken kann mitunter erschrecken, für die Protagonisten verbindet sich die Lösung des F…

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