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„Keine Sprotten, kein Dorsch“

Es riecht nach Salz, Fisch, Diesel und Zigarettenrauch. Draußen sind es nur ein paar Grad an diesem frühen Morgen. Michael Petersen steht in schwerer wasserdichter Kleidung in grellem Orange am Steuer im Ruderhaus seines Kutters. Die verbliebenen grauen Haare sind kurz, die dunklen Augenbrauen verraten ihre frühere Farbe. Himmel und Ostsee kann man in dieser Dunkelheit nicht voneinander unterscheiden. Die wenigen Lichter von Eckernförde, einer Stadt in Schleswig-Holstein, werden in der Ferne immer kleiner. Nur das Navigationsgerät leuchtet Petersen schwach ins Gesicht. Er schaut ins Nichts und steuert ein nur ihm bekanntes Ziel an.

Der 52-Jährige schmeißt den Suchscheinwerfer auf dem Dach des Ruderhauses an. Vor ihm wird Gerda erhellt. Der gut acht Meter lange Fischkutter trug diesen Nam…

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