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1919: Sieger wider Willen

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Ernst Toller im Festungsgefängnis Niederschönenfeld

Foto: Hulton Archive/Getty Images

Erich Wollenberg, einer seiner Offiziere, ließ kein gutes Haar an Ernst Toller, dem expressionistischen Dichter, der am Theater der 1920er Jahre noch großes Aufsehen erregen sollte. Im Frühjahr 1919 sei Toller ein miserabler militärischer Führer gewesen, ein durch die Gräuel des Weltkrieges „irre gewordener Poet“. Weshalb diese Schmähung?

In den Wochen der Münchner Räterepublik führte der damals 25-jährige Toller nordwestlich von München das Kommando über die dortige Rote Armee. Deren Stab sei durch diesen Pazifisten, so Wollenberg später, „zu einer arbeitsunfähigen, literarisierenden und politisierenden Schwatzbude gemacht worden“. Jeder systematische militärische Dienst sei als „Militarismus …

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