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Nicht gecheckt

Neulich in New York, Eröffnung einer Kunstausstellung bei der Whitney-Biennale: Vor einem der Bilder stehen Menschen, um zu verhindern, dass es angeschaut werden kann. Es handelt sich um ein Gemälde der Künstlerin Dana Schutz. Sie hatte eine berühmte Fotografie aufgegriffen und verarbeitet – eine Aufnahme des 1955 gelynchten Jungen Emmett Till. Das Problem: Schutz ist weiß, Till war schwarz. Der Eklat folgte auf dem Fuß, und er war gewaltig. Die Künstlerin sah sich mit Vorwürfen überzogen, sie eigne sich die Leidensgeschichte der Schwarzen an und münze diese in Kommerz um. Die Künstlerinnen Hannah Black und Rafia Santana forderten die Zerstörung, gar die Verbrennung des Bildes. Aktivistinnen und Aktivisten machen sich für die Vernichtung von Kunst stark. Wie bitte?

„Kulturelle Aneignung…

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