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Ich ist Schrott

Über Maxim Billermöchte man am liebsten fast gar nichts mehr schreiben, um nicht seine eigene Schreibkrankheit weiter zu befeuern. Kürzlich durfte er auf zwei ganzen Seiten im Zeit-Feuilleton in gnadenloser Selbstblindheit und mimosenhafter Hybris mit der deutschen Literaturkritik ins Gericht gehen: Als Nazi-Nachfahren hätten sie praktisch alle seine genial „jüdische“ (real unlesbare) Schwarte Biografie nicht gecheckt. Biller kam so ungefiltert eitel-beleidigt rüber, dass den Leser kalter Ekel befiel, wie sich da einer seinen größten Feinden, den narzisstischen alten Männern der deutschen Literatur, anverwandelte.

Dabei hatte das Frühjahr gut begonnen: Nur wenige Wochen nach seinem Abgang aus dem Literarischen Quartett avancierte Biller kurz zum bedeutendsten literarischen Player im deu…

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