Loading

The week

from 8. until 14. April 2021

Tagesschau

Zervakis sagt Tschüss

placeholder article image

Foto: Imago Images

Eigentlich dachte ich, Linda Zervakis und ich, wir werden zusammen alt. Irgendwann Ende der 2040er, so stellte ich mir das vor, würde ich vor einem wie auch immer dann gearteten Empfangsgerät sitzen und zuschauen, wie sie zum letzten Mal die Tagesschau moderiert. In den 2060ern dann das Wiedersehen in der Stern-Rubrik Was macht eigentlich …? Jetzt hat Linda Zervakis angekündigt, dass sie am 26. April zum letzten Mal die 20-Uhr-Nachrichten in der ARD moderiert. Hat mit 45 Jahren entschieden, dass es Zeit für etwas Neues ist. Die Kunst in diesem Job ist es ja, bei aller gebotenen Neutralität Persönlichkeit auszustrahlen. Die besaß Zervakis, und sie wird deshalb schwer zu ersetzen sein. Christine Käppeler

Ecuador

Wieder nach rechts

placeholder article image

Foto: Getty Images

Erstmals seit 14 Jahren wird das Land nicht mehr von einem linken Staatschef geführt. Nach den Präsidenten Rafael Correa und Lenín Moreno kann fortan der konservativer Banker Guillermo Lasso die Amtsgeschäfte übernehmen. Er triumphierte in der Stichwahl mit 52,4 Prozent über den Sozialisten Andrés Arauz (47,6), der den ersten Wahlgang noch mit einem deutlichen Abstand für seine Unión por la Esperanza (UNES) gewonnen hatte. Bei diesem Urnengang wäre Lasso fast ausgeschieden, weil Yaku Pérez, der Bewerber des indigenen Movimiento de Unidad Plurinacional Pachakutik (MUPP), mit fast 1,8 Millionen Stimmen unerwartet viel Zuspruch gefunden hatte. Lutz Herden

AfD-Parteitag

Die gibt es ja auch noch

placeholder article image

Foto: Getty Images

Deutschland soll aus der EU austreten, ausnahmslos jeden Familiennachzug für Geflüchtete verbieten und die Bundeswehr „die besten Traditionen der deutschen Militärgeschichte“ leben lassen – unter anderem mit diesen Zielen wird die AfD in den Bundestagswahlkampf ziehen. Ihr Parteitag in Dresden führte die Stärke der offen völkisch-nationalistischen Strömung um Björn Höcke klar vor Augen, zugleich deren Unvermögen, den Ton allein anzugeben (der Freitag 12/2021): Ein Spitzenkandidatenduo soll, wie von Parteichef Jörg Meuthen eingedenk der mehrheitlich westdeutschen Basis gewünscht, per Mitgliedervotum bestimmt werden, eine Initiative gegen Meuthen scheiterte. Sebastian Puschner

Italien/Libyen

Draghi in Tripolis

placeholder article image

Foto: Getty Images

Sein erster Auslandsbesuch als Premier Italiens hat Mario Draghi weder nach Brüssel noch Berlin oder Paris geführt. Stattdessen traf er sich in Tripolis mit dem neuen libyschen Regierungschef Hamid Dabaiba, um das Interesse der einstigen Kolonialmacht an einer Domäne in Nordafrika zu zeigen. Konkret ging es um die Bewegungsfreiheit für den Ölkonzern ENI, die Teilhabe italienischer Firmen am Bau der Küstenautobahn von Tripolis nach Benghasi und um eine Trasse für Solarstrom. Zugleich wünscht Rom, dass ein sich wieder erholender libyscher Staat die in Italien wie der EU unerwünschten Migranten aus Afrika aufhält. Offiziell firmiert das unter „Terrorabwehr“. Lutz Herden

Ausgedacht & draufgesetzt

Entschuldigung! Sorry!

placeholder article image

Foto: Imago Images

Die Kanzlerin will sich künftig öfter entschuldigen, wenn ihr der Dummchen-Bonus so viel Respekt einbringt wie jüngst beim Unternehmen Osterruhe. Andere lernen von ihr. Die Linkspartei entschuldigt sich nicht mehr nur für die DDR und das Pioniermanöver „Schneeflocke“, sondern auch für Karl Marx. Das hilft ihrer Regierungsfähigkeit auf die Sprünge. Die Männer entschuldigen sich dafür, keine Frauen zu sein. Manuela Schwesig entschuldigt sich für „Nord Stream II“, Juri Gagarin für „Sputnik V“, die Afrikaner entschuldigen sich für ihr bockiges Betragen während der Kolonialzeit. Prinz Philip wollte sich noch dafür entschuldigen, Helmut Kohl „Herr Reichskanzler“ genannt zu haben. Lutz Herden