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The week

from 2. until 8. April 2020

Südamerika

Chaos und Quarantäne

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Foto: Getty Images

Zunächst wurden in der kolumbianischen Provinz La Guajira Supermärkte geplündert, andernorts Trucks mit Lebensmitteln. Zu ähnlichen Szenen kam es in Peru und Mexiko. Wie das Nachrichtenportal amerika21 schreibt, hat die Corona-Pandemie in einigen Staaten Südamerikas zu chaotischen Zuständen geführt. Anders stellt sich die Lage in Uruguay dar, wo in Montevideo und anderswo Gewerkschaften, Fußballklubs und Nachbarschaftsvereine Volksküchen organisieren, um Bedürftige zu versorgen. In Mexiko geht es nicht nur um den Raub von Nahrungsmitteln. Dort fänden sich Gangs über Whatsapp zusammen, um Magazine mit elektronischen Geräten zu überfallen, so amerika21. Lutz Herden

Ukraine

Landnahme

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Foto: Imago Images

Schon im September hatte Präsident Selensky versucht, ein neues Bodengesetz durchs Parlament zu bringen, musste sich aber einer Mehrheit geschlagen geben. Ziel war es, den Verkauf landwirtschaftlicher Flächen zu beschleunigen, die in staatlichem oder kleinbäuerlichem Besitz sind. Jetzt hat das Gesetz die Rada passiert. 259 von 450 Abgeordneten stimmten zu, dass Agrarflächen demnächst auch an ausländische Kapitalfonds und Banken verkauft werden können, sofern es dazu bei einer Volksbefragung eine Mehrheit gibt. Viel spricht dafür, dass der Regierung das Verbot von Demonstrationen wegen des Corona-Notstands recht gelegen kam, um das Agrar-Dekret durchzusetzen. Lutz Herden

Wirtschaftsweise

Möglicherweise innovativ

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Foto: Peter Kneffel/Picture Alliance/dpa

Die Bundesregierung hat dem Bundespräsidenten zwei Ökonominnen als neue Mitglieder des fünfköpfigen „Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ vorgeschlagen: Veronika Grimm ist Expertin für Energiemärkte und Verhaltensökonomie, Monika Schnitzer (Foto) für Innovationsförderung und Wettbewerbspolitik. Beide verfügen über gegenwarts- und zukunftsrelevante Expertise; wie sehr sie von der traditionell marktliberalen Ausrichtung des Gremiums abweichen, wird sich zeigen. Erstmals sind zwei der fünf Wirtschaftsweisen Frauen. Isabel Schnabel war zur EZB gewechselt, Christoph M. Schmidt turnusgemäß ausgeschieden. Pepe Egger

Asylpolitik

Verstoß gegen EU-Recht

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Foto: Getty Images

Polen, Ungarn und Tschechien haben gegen EU-Recht verstoßen. Die drei Länder hätten sich nicht weigern dürfen, die EU-Beschlüsse zur Umverteilung von Asylsuchenden aus Griechenland und Italien umzusetzen,urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH). Die Umverteilung war 2015 von den EU-Innenministern per Mehrheitsvotum beschlossen worden. Polen und Ungarn verweigerten sich vollständig, Tschechien nahm im Rahmen des Programms nur zwölf Personen auf. Ungarns und Polens Regierungen zeigten sich demonstrativ unbeeindruckt von dem Urteil, die EU-Beschlüsse seien 2017 ausgelaufen, hieß es lapidar. Ein Strafmaß wurde noch nicht verkündet. Martina Mescher

Großbritannien

Wachablösung

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Foto: Getty Images

Keir Starmer übernimmt die Labour-Führung von Jeremy Corbyn, der nach den 32 Prozent bei der Unterhauswahl im Dezember seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der neue Parteichef kam beim parteiinternen Votum auf 56 Prozent und profitierte vom Rückhalt etlicher Gewerkschaften. Im Schattenkabinett war der 57-jährige Jurist Brexit-Minister, also nicht ganz unbeteiligt am teils diffusen Kurs in der Austrittsfrage, der Corbyn angekreidet wird. Führt der Führungs- zum Kurswechsel? Starmers erstes Statement als Parteivorsitzender, mit dem er Antisemitismus einen „Schandfleck auf unserer Partei“ nannte, ließ offen, wie er zu Corbyns „grüner industrieller Revolution“ steht. Lutz Herden