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The week

from 4. until 10. April 2019

EU-Wahl

Nationalistenfront

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Foto: Picture Alliance/AP Photo

Europäische Allianz der Menschen und Nationen (EAPN) soll die neue Fraktion rechtsnationalistischer Parteien im EU-Parlament heißen und nach der Wahl Ende Mai erstmals zusammentreten. Dafür gewonnen hat Italiens Innenminister Salvini (Lega) zunächst die AfD, die Dänische Volkspartei und den Rechtsausleger Die Finnen. Als potenzielle Partner stehen weiter die FPÖ und Marine Le Pens Rassemblement National – womöglich ebenso die ungarische Fidesz- wie die Polen regierende PiS-Partei – in Aussicht. Salvini sieht sich als Leitfigur einer vereinten Ultrarechten, die im nächsten Parlament auf 100 Mandate oder mehr kommen und sich so mehr Einfluss verschaffen will. Lutz Herden

Paketbranche

Ausbeutung

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Foto: Joe Raedle/Getty Images

Boomt eine Branche, steigen die Löhne, die dort gezahlt werden. Für die Paketzusteller scheint dieser eherne Glaubenssatz von Angebot und Nachfrage nicht zu gelten. Es werden immer mehr Pakete verschickt, aber der durchschnittliche Verdienst der Paketzusteller ist gesunken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Demnach ist von 2007 bis 2017 das mittlere Bruttomonatseinkommen in der Paketbranche von 2.859 auf 2.478 Euro gesunken. Linken-Politiker Pascal Meisner geht davon aus, dass die Realität noch düsterer aussieht, weil ausländische Subunternehmer in der Regierungsstatistik nicht mit erfasst wurden. Martina Mescher

Saudi-Arabien

Entschädigung

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Foto: Aamir Qureshi/AFP/Getty Images

Wenn das ein Schuldeingeständnis ist, lässt es an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Familie des vom saudischen Geheimdienst ermordeten Journalisten Khashoggi wird großzügig entschädigt. Die vier Kinder des Regimekritikers erhalten jeweils Häuser im Wert von bis zu vier Millionen Dollar als Geschenk des Königshauses. Wie die Washington Post berichtet, soll diese Maßnahme sicherstellen, dass sich die Angehörigen im Gegenzug öffentlicher Äußerungen zum Fall Khashoggi enthalten. Als Urheber wird König Salman genannt, der Ende 2018 angeordnet habe, dass „eine große Ungerechtigkeit“ ausgeglichen werde. In diesem Ansinnen zeige sich die Kultur Saudi-Arabiens. Lutz Herden

Journalistenpreis

Lässlichkeit

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Foto: Jens Kalaene/Picture Alliance/dpa

Der Theodor-Wolff-Preis ist der wohl renommierteste Preis, den ein Journalist oder eine Journalistin in Deutschland bekommen kann. Für 2019 waren auch Mariam Lau und Caterina Lobenstein nominiert worden: Sie hatten in der Zeit unter der viel kritisierten Überschrift „Oder soll man es lassen?“ pro und contra Seenotrettung geschrieben. Wer sich, wie das nd, über diese Nominierung geärgert hat, kann beruhigt sein. Der Beitrag von Frau Lobenstein war ohne ihr Wissen eingereicht worden. Als sie nun davon erfuhr, zog sie zurück. Die Jury des Wolff-Preises beschloss daraufhin, das Pro und Contra aus der Wertung zu nehmen. Die Zeit bleibt im Rennen – mit dem Beitrag „Gönn’s dir, Genosse!“. Michael Angele

Heil-Plan

Alterssicherung

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Foto: John MacDougall/Getty Images

Wer sich als Selbstständige nicht genug für das Alter absichert, soll in Zukunft dazu verpflichtet werden – dies plant Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Demnach sollen die Selbstständigen zwischen gesetzlicher Rentenversicherung, steuerlich begünstigter privater Rürup-Rente und der Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk wählen müssen. Ziel ist nicht nur die Absicherung im Alter, sondern auch die Gewinnung neuer Beitragszahler. Ein Gesetzesentwurf soll Ende des Jahres vorliegen, betroffen wären drei Millionen unversicherte Selbstständige. Der Entwurf zur Grundrente soll bereits im Mai kommen; bislang ist jedoch ungeklärt, ob dabei die Bedürftigkeit geprüft werden soll. Elsa Koester