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Zuflucht auf Zeit

Migranten aus Mali, Niger, Gambia, Senegal, Tschad, der Elfenbeinküste oder aus Kamerun trifft man oft in diesem Land. Die Strecke, die sie von hier aus über das Mittelmeer nach Europa zurücklegen wollen, ist lang. Weil das Geld dafür oft erst nach und nach erarbeitet werden muss, halten sich viele längere Zeit in Algerien auf. Das Land kann zum Refugium auf Zeit werden. Besonders für Familien ist es schwer, auf ihrem Weg nach Norden voranzukommen.

So begegne ich – unterwegs von Oran nach Sidi Bel Abbès knapp 100 Kilometer südlich der Hafenstadt – am Rande der Autobahn einer fünfköpfigen Familie aus dem Tschad. Sie sitzt in Picknickformation zusammen, die Frau ist schwanger, der Mann hält ostentativ ein großes Buch in den Händen, damit jeder erkennt: Er liest seinen Kindern aus dem Kora…

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