Loading

Vom Ich zum Tier

Man kann sich Nicolette Krebitz’ dritter Regiearbeit Wild mit unterschiedlichen Begriffen nähern: „Ätherisch“ wäre eine böswillige Beschreibung, „feministisch“ eine unnötig reduktive. Statt die suchenden Bilder von Kameramann Reinhold Vorschneider mit erdrückenden Konzepten stillzustellen, könnte man allerdings auch von zwei Redewendungen ausgehen, zwischen denen der Film eine unsichtbare Verbindung herstellt.

Auf die Formulierung „durch die Lappen gehen“ stößt Ania – Mitte 20, Generation Praktikum, geistig und körperlich auf rätselhafte Weise abwesend, was auch das Kompliment ihres Chefs erklärt, sie stelle keinen blöden Fragen – in einem Buch über Wölfe, das in der Wohnung ihres kranken Großvaters herumliegt. Sie stammt aus der Jägersprache und bezieht sich auf die Methode der „Lappja…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.