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Realpolitisches Drehbuch

Bitte, Christoph Schlingensief, steig doch schnell mal herab aus deinem verdammten Krebshimmel, um – nur ganz kurz – Jan Böhmermann in den Arm zu schließen. Klar, man kann Kurt Tucholsky zitieren und behaupten, Satire dürfe alles, aber das hat schon in Weimar nicht funktioniert. Dieser Tage ist es vielleicht besser, an Schlingensief zu erinnern, den Leidensmann der Provokation, der Deutschland veränderte, obwohl die Nation noch lange nicht so weit war wie er. Und viel weiter ist Deutschland auch heute nicht, mit Ausnahme von Jan Böhmermann, Schlingensiefs vielleicht bestem Apologeten.

Ende der 90er, als wir dachten, dass unsere aufgeklärte Gesellschaft keine Tabus mehr habe, belehrte Schlingensief uns eines Besseren: verhaftet auf der Kasseler Documenta, im Anti-Haider-Kampf zum Volksfe…

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