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The week

from 7. until 13. April 2016

Proteste

Stahlhart gegen das Klima

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Foto: Getty Images

Die Gewerkschaft IG Metall macht mobil gegen mehr Klimaschutz in der Stahlbranche. An einem Aktionstag beteiligten sich rund 45.000 Beschäftigte. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze, wenn im Rahmen des europäischen Emissionshandels künftig strengere Vorgaben gemacht werden. Das nütze der Konkurrenz aus China, wo auch die Umweltstandards niedriger seien. Der Umweltverband BUND nannte die Proteste „scheinheilig“, weil die Stahlindustrie durch kostenlose CO2-Gutschriften enorm vom Emissionshandel profitiert habe. Die Vorschläge der EU-Kommission seien noch nicht ambitioniert genug, um den Anforderungen des Pariser Klimaabkommens gerecht zu werden. Felix Werdermann

Südsuan

Exodus

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Foto: Getty Images

Jeder zweite Bürger im Südsudan wisse derzeit nicht, wie er an die nächste Mahlzeit komme, alarmiert die UNO. Der in diesem Land immer noch nicht vollständig eingedämmte Bürgerkrieg, der 2013 zwischen der Regierung und den Anhängern von Ex-Vizepräsident Riek Machar ausbrach, hätte mit einer Hungersnot eine humanitäre Katastrophe zur Folge. Daran ist besonders tragisch und absurd, dass nach Expertenangaben 85 bis 90 Prozent des südsudanischen Bodens für den Ackerbau genutzt werden können. Die Versorgungsmisere forciert den Exodus Hunderttausender, die auch deshalb in die Nachbarstaaten fliehen, weil landesweit kaum noch Medikamente zu haben sind. Lutz Herden

Umweltaktivistin

Spendabler Gefängnischef

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Foto: Imago

Da staunte die Umweltaktivistin nicht schlecht: Als Cécile Lecomte (Foto) die eintägige Haft wegen einer Anti-Atom-Blockade antreten wollte, durfte sie wieder nach Hause. Eigentlich hätte sie 20 Euro als Bußgeld zahlen sollen. Nur weil sie sich geweigert hatte, musste sie ins Gefängnis. Vor Ort stellte sich heraus, dass jemand anders das Geld bereits gezahlt hatte – der Leiter des Gefängnisses, und zwar „privat und keinesfalls aus Haushaltsmitteln“. Warum? „Die Arbeit unserer Bediensteten ist schwer genug, als dass man sie auf eine Bühne für politische Aktionen zerren sollte.“ Offenbar war seine Befürchtung, dass Lecomte den Knast-Aufenthalt nutzt, um für ihren Kampf gegen Atomkraft zu werben. Felix Werdermann

Pressesprecher

Zu ehrlich für den BER

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Foto: Getty Images

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Das gilt selbst für manche Berufsredner, wie den Pressesprecher des Hauptstadtflughafens BER. Er gab dem PR-Magazin ein erstaunlich ehrliches Interview – und wurde prompt freigestellt. Das Gespräch sei nicht mit der Geschäftsführung abgesprochen gewesen, hieß es. Vielleicht hätte sie dann bei einigen Aussagen eingegriffen. Der Sprecher sagte unter anderem: „Kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen.“ Die „alte Flufhafencrew“ habe „zu viel verbockt“ und „Milliarden in den Sand gesetzt“. Aber Fehler einzuräumen ist wohl nicht jedermanns Sache. Felix Werdermann

Indien

Modis Hoffnung

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Foto: Getty Images

Noch bis Mitte Mai dauernde Regionalwahlen in mehreren Gliedstaaten entscheiden über die Handlungsfreiheit von Premier Modi. Er hofft, dass die Voten in Westbengalen, Assam, Kerala, Tamil Nadu und Puducherry seiner Bharatiya Janata Party (BJP) eine Mehrheit im Oberhaus verschaffen. In die zweite Kammer des Parlaments, die Gesetze bestätigen muss, werden die Vertreter der Gliedstaaten nach dem dort herrschenden Parteienproporz entsandt. Bisher verfügte die BJP nur im Unterhaus über eine Mehrheit. Ob sich das mit den jetzigen Wahlen ändert, erscheint nicht sicher. Bengalen und Kerala sind linke Hochburgen, auch in Tamil Nadu neigt die tamilische Mehrheit nicht zur BJP. Lutz Herden