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Die visionäre Lücke

Alain Badious Analyse ist sehr klar. Die global agierenden Großkonzerne setzen sich über die mächtigsten Staaten hinweg – das wurde schon häufiger festgestellt. Diese Staaten sind dazu übergegangen, dem Staatszerfall in Gebieten ihrer früheren Kolonialherrschaft tatenlos zuzusehen, wenn sie ihn nicht sogar aktiv betreiben – das konnte man ähnlich bei Herfried Münkler lesen. Badiou aber verknüpft beide Befunde: Kapitalistische Unternehmen können desto besser expandieren, je weniger ein Staat sie reguliert, am besten aber ist es, wenn gar nichts sie behindert. Seit 30 Jahren, seit der Niederlage des Kommunismus, setzen sie sich über alles hinweg.

Was kann man dagegen tun? Badiou weiß, worin das Rezept bestünde: Man müsste von einer Alternative zum Kapitalismus wissen. Aber auch er hat kei…

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