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Brotgelehrte, ade

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Objekte der geschichtspolitischen Diktaturaufklärung Foto: Bonn-Sequenz/Imago

In der DDR war die Geschichtswissenschaft bekanntlich kein Quell größerer Pluralität. Die „gesetzmäßige Abfolge der Gesellschaftsformationen“, wie es prosaisch hieß, ließ kaum interpretatorischen Gestaltungsraum. Die Revolution von 1989/90 bedeutete auch, dass sich die Gesellschaften die Hoheit über ihre Vergangenheit eroberten. Am Beginn der Umwälzungen in Ungarn, Polen oder dem Baltikum standen Proteste gegen unbewältigte historische Verbrechen und für die Aufklärung „weißer Flecken“. Die Vergangenheit sollte den Klauen der Instrumentalisierung entrissen, Geschichtsforschung pluralisiert und jedwede Zweckdienlichkeit von Geschichte unterbunden werden. In Ostdeutschland erfolgte das alles sehr weitgeh…

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