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Frist frisst Seele auf

Wer sich für die Wissenschaft entscheidet, landet oft in einem Nomadendasein. Von einem Vertrag zum nächsten, von einer Uni zur anderen, die Arbeitsbedingungen im akademischen Betrieb befördern die Fragilität von Lebensentwürfen. Die Angst, dass es am Ende doch nichts wird mit der Berufung auf eine Professur, schwingt immer mit. 90 Prozent des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses, zu dem man auch noch gezählt wird, wenn man die Promotion schon lange in der Tasche hat, arbeitet in befristen Beschäftigungsverhältnissen. Bei mehr als der Hälfte von ihnen liegt die Vertragslaufzeit unter einem Jahr. Es gibt im europäischen Vergleich nur wenige Länder, in deren Wissenschaftsbetrieb man mit ähnlich deprimierenden Zuständen konfrontiert wird.

Kritik an der Befristungsorgie, die in der Pe…

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