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Notruf in der Wüste

Die Nacht im Reservat der Tohono O’Odham ist so klirrend kalt, wie es Nächte nur in der Wüste werden. Auch so dunkel, dass man die Hand vor dem Gesicht kaum erkennen kann und die Armeen grüner Saguaro-Kakteen im Mondschein aussehen wie „Aliens“, als Fremde: die Arme hochgestreckt, als hätte man auch sie beim illegalen Grenzübertritt gestellt. Stehenbleiben! Border Patrol!

Das Reservat der Tohono O’Odham umfasst rund 12.000 Quadratkilometer Land, auf denen 28.000 Menschen leben. Das Gebiet liegt zur einen Hälfte in Mexiko, zur anderen in den USA. Dazwischen stand vor zehn Jahren ein Drahtzaun, den längst eine dichte Reihe von Metallpfählen ersetzt hat. Künftig – sollte es nach Präsident Trump gehen – wird mitten im Reservat eine massive Mauer stehen. Nicht, wenn es nach den Tohono O’Odha…

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