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Mutmaßungen über Selma

Auf dem Boden liegt eine Brille, tastend nähert sich ihr eine Hand, langsam schiebt sich das Gesicht einer Frau hinterher. Sie setzt sich das Horngestell auf und schaut einen forschend, trotzig an, als wollte sie sagen: „Ich bin jetzt wieder im Bild.“ Die Brille, sie wird wohl schwarz sein, die Haare der Frau blond, aber für den Moment sind das nur Mutmaßungen über Selma, denn was wir von ihr zu sehen bekommen, bleibt auf den engen Rahmen von fünf Röhrenbildschirmen beschränkt, die synchron und in Schwarz-Weiß nur Ausschnitte dessen wiedergeben, was in der Tiefe des nachtdunklen Bühnenraums dahinter vor sich geht.

Nun ist die Anwesenheit von Bildschirmen auf Theaterbühnen nicht immer zwingend. Manchmal blasen sie halt ein paar überlebensgroße Bewegtbilder in den Raum, weil das so effekt…

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