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Homerun Homer

Eigentlich ist das gar nichts Aufregendes: Homers Odyssee wurde neu übersetzt. Ins Englische. Es ist die zigste Übersetzung der 24 Gesänge, die wahrscheinlich im 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. entstanden. Aber als Emily Wilson im November letzten Jahres ihre Übertragung vorlegte, gab es viel Aufhebens um sie und ihre Odyssee. Die anglophone Literaturwelt zeigt sich anhaltend fasziniert – eine Aufmerksamkeit, wie sie sonst nur literarischen Sensationen zuteil wird. Die Odyssee liefert ja auch, könnte man denken, eine gute Vorlage für eine solche Sensation: Es geht immerhin um ein Epos, das als einer der Grundlagentexte der westlichen Kultur gelten darf und oft in einem Atemzug mit der beinahe 1.000 Jahre jüngeren Bibel genannt wird. Aber Übersetzungen antiker Werke lösen trotz aller Bede…

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