Loading

Die Fantastik der Kultur

placeholder article image
Dem Grauen nicht das Feld überlassen Foto: Joseph Eid/Getty Images

Niroz Malek ist verrückt. Und nicht nur das, er ist eine tragische Figur; alternder Schriftsteller, nunmehr 70, der sich mitten im Bombenhagel auf die Heimatstadt Aleppo weigert, seine Büchersammlung und seine Schallplatten zu verlassen und lieber mit Hemingway, Puschkin und Beethoven in seinem Zimmer sterben möchte. Das ist nicht nur wahnsinnig stur, sondern auch ziemlich pathetisch und geradezu karikaturesk intellektuell. Anstatt als Flüchtender kein würdiges Leben mehr zu haben, gehe ich lieber in der illustren Gesellschaft europäischer Künstler unter – so lässt sich die erste Miniatur des Bandes Der Spaziergänger von Aleppo vom eben genannten Autor paraphrasieren.

Ist es angebracht, sich als deutsche Leserin,…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.