Loading

Verirrte Wörter

placeholder article image
Die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan

Foto: Joel Saget/AFP/Getty Images

Mit den Wörtern verhält es sich wie mit dem Schmerz: Sie verschwinden endgültig erst mit dem Tod. Der Gedanke, dass Gras über eine Sache wachsen könne, dass der Schmerz sich verflüchtigen könnte, ist trügerisch. Solange es Wörter für das Leiden gibt, ist es existent. Der neue Roman der 1966 geborenen französischen Schriftstellerin Delphine de Vigan ist ein Buch über die Suche nach dem verlorenen Wort.

Michka, in deren Leben sich alles um das Wort drehte, die als Lektorin die Sprache der anderen verbesserte, leidet unter Aphasie. Sie vergisst Begriffe, ersetzt sie durch andere, wohl wissend, dass am Ende das sprachliche Niemandsland droht. Zunehmend verliert sie ihre Selbstständigkeit, wird gequä…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.