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Wer arm ist, kann nicht sitzen bleiben

Es ist der 8. März. Frauentag. Ich sitze in einer Konferenz über Hausangestellte in Dakar. Eine der Vortragenden sagt, die meisten Hausangestellten im Senegal hätten keinen Arbeitsvertrag, seien nicht selten Gewalt im Haushalt ihrer Arbeitgeber ausgesetzt. Alles richtig. Man solle ihnen unter die Arme greifen. In mir wächst Unbehagen. Ich muss an Awa denken.

Awa ist die Hausangestellte von nebenan. Sie ist Mitte 50, hat sieben Kinder großgezogen und durch die Schule gebracht. In den letzten 10 Jahren verdiente Awa um die 100.000 CFA-Francs pro Monat, das sind umgerechnet 150 Euro. Heute geht ihr gesamtes Gehalt für die Miete drauf. Wohnen im Großraum Dakar ist eine kostspielige Angelegenheit.

Awa hat vor zehn Jahren die Scheidung von ihrem gewalttätigen Mann eingereicht. „Ich wäre sonst…

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