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The week

from 21. until 27. March 2019

Gaza

Demos und Raketen

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Foto: Imago/ZUMA Press

Die Bewohner des Gazastreifens haben das Unglück, nicht nur die Folgen der Blockade durch die israelische Regierung erdulden zu müssen, sondern dazu auch noch von der Hamas regiert zu werden. Gegen Letztere richteten sich seit 15. März mehrere Demonstrationen in Gaza, deren Auslöser wohl Steuererhöhungen auf Lebensmittel und Zigaretten waren. Sicherheitskräfte der Hamas unterdrückten die Kundgebungen mit Gewalt. Demonstranten und Vertreter der Fatah wurden verhaftet und misshandelt. Am Montag schlug eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete in ein Haus in dem Dorf Mishmeret nördlich von Tel Aviv ein, sieben Menschen wurden verletzt. Pepe Egger

Europaparlament

So geht die Zeitumstellung

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Foto: Paul Zinken/Picture Alliance/dpa

Ein verwirrendes Prozedere, in aller Einfachheit erklärt: Am Sonntag, 31. März, werden die Uhren hierzulande um 2 Uhr nachts genau eine Stunde vorgestellt, auf 3 Uhr. Wir befinden uns damit dann in der Sommerzeit und verlieren eine Stunde Schlaf. Dass der Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit in der EU bald ein Ende haben soll, hat das Europaparlament am Dienstag entschieden, der EU-Rat muss noch zustimmen. EU-Länder, die dann die Sommerzeit beibehalten wollen, sollen die Uhren am letzten Sonntag im März 2021 zum letzten Mal umstellen. Staaten, die fortan mit der Winterzeit leben wollen, können die Uhren am letzten Oktobertag 2021 letztmalig umstellen. Sebastian Puschner

Cum-Ex

Es fehlen die Fahnder

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Foto: Daniel Roland/AFP/Getty Images

Milliarden haben Banker, Berater und Vermögende dem Staat per Cum-Ex-Modell geraubt – doch die juristische Aufarbeitung der ergaunerten Rückerstattungen nie gezahlter Kapitalertragssteuern stockt, vielfach droht Verjährung. Nach Recherchen von WDR und SZ wartet eine eigens eingerichtete Wirtschaftskammer des Landgerichts Bonn darauf, Anklagen der Staatsanwaltschaft zu verhandeln – dieser stehen aber wohl zu wenige der für die Ermittlungen nötigen Fahnder zur Verfügung. Kritik an unzureichendem Personaleinsatz und falscher Priorisierung, wie sie der Bund Deutscher Kriminalbeamter äußert, weist die Landesregierung aus CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen zurück. Sebastian Puschner

Ifo-Geschäftsklima-Index

In der Glaskugel

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Foto: St. Beck/Picture Alliance/Shotshop

Einmal im Monat telefonieren die Wirtschaftsdeuter vom Ifo-Institut mit ausgewählten Unternehmern und fragen, wie sich die jeweilige Branche in nächster Zeit entwickeln könnte. Daraus erstellen sie den „Ifo-Geschäftsklimaindex“, der als „wichtiger Stimmungsbarometer“ (Spiegel Online) gilt. Den Weissagungen entspringen zuverlässig Schlagzeilen mit scheinbar empirisch belastbarem Material. Diesmal ist der Index von 98,7 auf 99,6 gestiegen, und das Handelsblatt schreibt: „Wirtschaft stemmt sich gegen Abschwung.“ Was also im Mittelalter noch als Gespräch zwischen Kaffeesatzlesern und Glaskugelbesitzern durchgegangen wäre, das versetzt heute die Fachpresse in Jubel. Christian Baron

Christchurch

Hinter der Untat

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Foto: Kai Schwoerer/Getty Images

Nach dem Attentat von Christchurch beginnt die Aufarbeitung der Kontakte des Täters zu rechtsradikalen Strukturen in Europa, Australien und Neuseeland. In Österreich durchsuchte die Polizei die Wohnung des Sprechers der Identitären Bewegung (IB), Martin Sellner. Dieser gibt in einem Video an, eine „unverhältnismäßig hohe“ Spende von dem Attentäter für die IB erhalten zu haben. In Neuseeland wurde eine Kommission aus Polizei, Geheimdienst, Zoll und Einwanderungsbehörde eingesetzt, um die Hintergründe des Angriffs auf zwei Moscheen mit 50 Toten zu klären. Premierministerin Jacinda Ardern hofft auf „Empfehlungen, wie wir solche Angriffe künftig abwenden können“. Elsa Koester