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Zeig mir doch alles

Max Frisch sagte einmal: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass gute oder große Literatur entstehen kann, ohne dass ein politisches Bewusstsein dahintersteht.“ Sein Statement trifft auf Michela Murgia besonders zu. Die 44-jährige sardische Schriftstellerin prangert nicht nur in ihren Romanen, Essays und Pamphleten gesellschaftliche Missstände an, sondern ist selber politisch aktiv. So kandidierte sie 2014 bei den sardischen Regionalwahlen als Spitzenkandidatin für eine unabhängige Liste, die sich für mehr Autonomie der Insel starkmacht. Auch wenn Murgia beachtliche zehn Prozent bekam, hat ihr Block keinen Sitz im Regionalparlament erhalten – dank eines eigenwilligen Wahlgesetzes. Ein Gutes hatte aber ihre Kandidatur: Sie ist seitdem in ganz Italien bekannt – auch weil sie sehr medienaffin …

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