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The week

from 23. until 29. March 2017

Bulgarien

Einsame Sieger

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Foto: Getty Images

Das ärmste EU-Land wird wohl auch künftig keine stabile Regierung vorweisen. Nach der Parlamentswahl kann zwar die Partei Bürger für eine europäische Entwicklung (GERB) – sie siegte mit 30,7 Prozent vor den Sozialisten (27,2) – die Regierungsbildung für sich reklamieren, nur eine Regierung gibt es damit noch nicht. Bisher will bis auf die Rechtsaußen-Partei Ataka (7,4) niemand mit dem nach Sozialprotesten gestürzten Premier Bojko Borissow (Foto) von GERB koalieren. Der hat daher angedeutet, nicht das künftige Kabinett führen zu wollen. Für die Sozialisten ließ Parteichef Sergei Stanischew wissen, notfalls auch mit Ataka in Verbindung zu treten, um Borissow zu verhindern. Lutz Herden

Rente

Die Sorgen von morgen

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Foto: Getty Images

Endlich ausschlafen, endlich Zeit, das Leben zu genießen. So beschrieb man früher die Freuden des Rentnerdaseins. Bei Beamten dürfte sich daran wenig geändert haben, bei Angestellten sieht es anders aus. Eine Studie der Deutschen Versicherungswirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass hierzulande Panik herrscht, wenn es um das Älterwerden geht. Befragt wurde die Altersgruppe der heute 40- bis 55-Jährigen. Optimistisch blicken 18 Prozent in die Zukunft, das sind jene, die sich eine umfassende private Altersvorsorge leisten können. 37 Prozent rechnen damit, dass sich ihr Lebensstandard verschlechtern wird, und für ein Viertel steht bereits fest, dass die Altersarmut droht. Martina Mescher

Atommüll

Gesucht wird überall

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Foto: Getty Images

Der Bundestag hat das Gesetz für die Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll aus deutschen Atomkraftwerken beschlossen. Es legt die Regeln für die Auswahl eines Standorts fest. Bis 2031 soll ein Ort gefunden werden, an dem der Atommüll eine Million Jahre lang lagern kann. Gesucht werden soll in der ganzen Republik. Nun stellen sich die Bundesländer Bayern und Sachsen quer. Vor der geplanten Verabschiedung des Gesetzes am Freitag reichten sie Anträge im Umweltausschuss des Bundesrates ein. Als Kritiker der Atomenergie sind die unionsgeführten Länder nie aufgefallen. Da gingen sie aber auch noch davon aus, dass der Atommüll ohnehin in Gorleben strandet. Martina Mescher

Syrien

Russen im Kurdengebiet

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Foto: Getty Images

Die US-Armee operiert seit Wochen mit Spezialeinheiten im Raum Rakka, die russische ist nun erstmals in der Nordprovinz Afrin aktiv und damit der autonomen Kurdenregion. Die Stationierung basiert auf einem Abkommen mit der kurdischen Verwaltung und wird von der Regierung in Damaskus gebilligt. Augenscheinlich geht es um die militärische Sicherung eines Gebietes, in das auch türkische Streitkräfte vorstoßen könnten. Wie lange das russische Korps in Afrin bleibt, wird in Moskau offengelassen. Es gelte einer Ausbildungsmission gegenüber den kurdischen YPG-Milizen gerecht zu werden. An den Aufbau einer ständigen Militärbasis sei vorläufig nicht gedacht. Lutz Herden

Ukraine

Mauertaktik

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Foto: Imago

Jetzt fehlt nur noch ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine könnte derzeit frostiger kaum sein. Erst entscheidet der Nationale Sicherheitsrat in Kiew, jeden Handel mit dem abtrünnigen Osten auszusetzen, dann sieht die Polizei zu, wie Nationalisten einer Filiale der russischen Sberbank in Kiew die Eingänge zumauern. Und Präsident Poroschenko untersagt alle Kapitaltransfers von Tochterfirmen russischer Geldhäuser – egal, ob es sich um Zinsen, Gewinne oder Kredite handelt. Schließlich verbietet der ukrainische Geheimdienst SBU der Sängerin Julia Samoilowa die Einreise. Sie sollte Russland beim ESC im Mai vertreten. Lutz Herden