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Materialgesättigt

Wolfgang Fritz Haugs Aufzeichnungen, das Tagebuch und Werkstatt-Journal eines Intellektuellen, sind nahezu 900 Seiten dick. Sie reflektieren fast nur öffentliche Vorgänge und politische Gespräche aus der Zeit zwischen 1990 und 2000. Das war nicht irgendein Jahrzehnt, sondern da begann sich eine neue Welt ohne Ostblock zu formen. Haug gehörte zu denen, die es als existenzielle Krise erfuhren, denn er hatte auf den innersozialistischen Reformversuch Michail Gorbatschows gehofft, sah sich getäuscht und blieb trotzdem Marxist.

Er legt minutiöse Berichte und vielfache Deutungsanstrengungen zum Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung vor. Der Zeitrahmen ist gut gewählt, denn es bedurfte noch des NATO-Kriegs gegen Slobodan Milošević Jugoslawien am Ende des Jahrzehnts, um auch die letzte Karika…

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