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Kalligrafie der Vorstadt

Wenn Brasilien „nichts für Anfänger“ ist, wie der Komponist Antonio Carlos Jobim einmal sagte, dann ist São Paulo erst recht nichts für schwache Nerven. Nicht nur wegen des Lärms, des sozialen Gefälles, der verlassenen Gebäude und der Drogenabhängigen, die durch das berüchtigte Cracolandia ziehen, sondern auch wegen der Schrift an den Wänden. Auf so gut wie jeder Häuserwand oder Fassade steht etwas in dicker schwarzer Farbe. Besucher denken meist, es handle sich um Graffiti. Aber es sind keine Graffitis – es ist Pixação.

Auf den ersten Blick ist es schwer, die Stile auseinanderzuhalten. Aber bei Graffitis sind die Buchstaben runder und stilisierter, außerdem gilt meist: Je leuchtender die Farben, desto besser, was auch für Bilder und Figuren gilt. Im Gegensatz dazu arbeiten Pixadores nu…

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