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The week

from 24. until 30. March 2016

NDR-Satire

Erdoğan is not amused

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Foto: Getty Images

Die Kontrollwut des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan (Foto) trifft nun auch die deutschen Medien. Die NDR-Satiresendung extra 3 hatte ihn in einem Musikvideo als „Protz vom Bosporus“ bezeichnet, außerdem heißt es in dem Song: „Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdoğan nicht passt, ist morgen schon im Knast.“ Das gefiel der türkischen Regierung offenbar überhaupt nicht. Und als hätte sie noch beweisen müssen, dass es mit der Meinungsfreiheit tatsächlich nicht so rosig aussieht, hat sie gleich den deutschen Botschafter einbestellt, wie Spiegel Online berichtet. Er musste sich angeblich in einem längeren Gespräch für den NDR-Beitrag rechtfertigen. Felix Werdermann

Irak

Vormarsch auf Mossul

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Foto: Imago

Wenn dieser Coup gelingt, wäre das ein harter Schlag für den Islamischen Staat (IS). Seit Sommer 2014 halten seine Milizen die nordirakische Großstadt Mossul besetzt. Nun ist die Regierungsarmee angetreten, die Metropole zurückzuerobern, in der zwei Millionen Menschen, darunter 400.00 Flüchtlinge, leben. Bisher war Mossul auch für die Kriegsökonomie des IS von Belang, um den Erdölverkauf zu betreiben und Steuern zu erheben. Militärisch flankiert wird die Offensive durch Luftangriffe des US-Militärs. Sollten sich die Truppen von Generalmajor al-Dschaburi durchsetzen, wäre das nach der Einnahme der Stadt Ramadi der zweite Erfolg für die Regierungsarmee in wenigen Monaten. Lutz Herden

Argentinien

Ausstieg bei Telesur

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Foto: dpa

Der TV-Sender Telesur muss künftig auf Finanzhilfen aus Argentinien verzichten. Die Rechtsregierung von Präsident Macri steigt aus dem Projekt aus, das 2005 durch den damaligen venezolanischen Staatschef Chávez ins Leben gerufen wurde. Es sollte damit eine authentische Stimme des Subkontinents geben, um das Geschehen in Lateinamerika aus lateinamerikanischer Sicht zu erfassen und den Aktionsradius großer US-Kanäle wie CNN einzuschränken. Zuletzt waren in Buenos Aires zwei Varianten im Gespräch, entweder Telesur blockieren – oder der Ausstieg aus dem Trägerkreis des Senders, der von regierungsnahen Medien als „zu chavistisch“ gesehen wird. Lutz Herden

Lebensmittel

Mindestens länger haltbar

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Foto: Imago

Bei Verbrauchern sorgt das Mindesthaltbarkeitsdatum immer wieder für Verwirrung. Es gibt nämlich nicht an, ab wann ein Lebensmittel möglicherweise ungenießbar ist, sondern bloß, bis wann es gewisse Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert behält. Zudem rechnen Hersteller einen Sicherheitspuffer ein. Manche Lebensmittel werden daher weggeworfen, obwohl sie noch gut sind. Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU, Foto) will dagegen vorgehen und fordert nun die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Er setzt auf „intelligente Verpackungen“. Elektronische Chips könnten etwa in Joghurtbecher eingebaut werden und den Zustand des Essens anzeigen. Felix Werdermann

Handelsabkommen

CETA durch die Hintertür

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Foto: Getty Images

Vor eineinhalb Jahren hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel noch sehr deutliche Worte gefunden: Damit das umstrittene Handelsabkommen CETA zwischen EU und Kanada in Kraft treten könne, müssten auch die nationalen Parlamente zustimmen. „Ein Abschluss allein durch die EU kommt daher nicht in Frage.“ Nun plant die EU-Kommission offenbar, Teile von CETA ohne das Votum des Bundestags „vorläufig“ in Kraft zu setzen – und Gabriel unterstützt das. Diese Praxis sei „vollständig demokratisch durch die Zustimmung der Regierungen der Mitgliedstaaten im Rat und die Zustimmung des Europäischen Parlaments legitimiert“. Kritiker sprechen von „Betrug an der Öffentlichkeit“. Felix Werdermann