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Zu Hause ausgegrenzt

Es ist nicht lange her, dass mein Vater mir erzählte, dass einer seiner besten Freunde Krebs hat. Und es ist vier Wochen her, dass er mir erzählte, dass dieser Freund seinen Sohn bei dem rassistischen Attentat verloren hat.

Ich bin in Hanau-Kesselstadt aufgewachsen – keine 100 Meter von dem Haus des Täters entfernt. Wir Kinder spielten davor. Wir waren die, über die sein Vater damals schon schimpfte; unsere älteren Geschwister, die, mit denen er sich nicht anfreunden wollte. Die, die hier nicht hingehörten. Wir waren alle gebürtige Hanauerinnen und Hanauer. Auf dem Kurt-Schumacher-Platz kratzten wir nach der Schule unser letztes Geld zusammen, um Naschtüte und Cola zu kaufen und sie zu siebt zu teilen. Und irgendwo im Hintergrund perfektionierte ein Nazi seine Fähigkeit zu schießen, verg…

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