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Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben

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Der Alexanderplatz in Berlin am Sonntag, 15. März 2020

Foto: Emile Ducke/NYT/Redux/laif

Samstagabend in Berlin-Kreuzberg: Menschen, zusammen. Schulterklopfen. Umarmen. Trinken. Anstoßen. Lachen. Anlächeln. Berühren. Da waren sie noch voll, die Kneipen und Bars, da gab es noch das, was man normales öffentliches Leben nennt. Menschen in Gesellschaft, miteinander. Das war früher.

Da schon kam es fast zur Prügelei. Erst zischten die Vorbeilaufenden nur am Telefon: „Ich sage dir, diese Leute hier, alles voll, kein Abstand, diese unsolidarischen Idioten treffen sich ganz normal weiter.“ Böse Blicke. Böse Tweets. Dann: die ersten Pöbeleien. Die Spannung stieg, die Wut derjenigen, die den Abstand einhielten, auf die Leichtigkeit derjenigen, die das noch nicht einsahen. Fühlbar, diese Spa…

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