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„Wir sind Räuber“

Als Hamburger ist Jakob Augstein es gewohnt, Leute nach 20 Jahren zu duzen. Der Theaterregisseur Milo Rau hatte ihn nach sieben Minuten so weit, als sie sich am Schauspiel Köln in der Gesprächsreihe „Unter vier Augen“ unterhielten.

Jakob Augstein: Du hast mit deinem Team das Genter Manifest verfasst. Zehn Gebote des künftigen Theaters. Im ersten heißt es, es gehe nicht mehr nur darum, die Welt darzustellen, sondern sie zu verändern. Nicht die Darstellung des Realen ist das Ziel, sondern dass die Darstellung selbst real wird. Was bedeutet das?

Milo Rau: Es geht mir darum, wieder ins Kreieren zu kommen. Wir verbieten uns, klassische Texte auf die Bühne zu bringen, stattdessen tun wir das, was im Moment, in der Gegenwart notwendig ist. Um ein Beispiel zu nennen, das noch vor dem Genter Man…

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