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Unsichtbare Geisterhand

Von dem österreichischen Schriftsteller Berthold Viertel ist der Aphorismus überliefert, dass alles Geschichtenerzählen, auch das Erzählen der Weltgeschichte, auf eine Anekdotensammlung hinauslaufe.

Im Fall des Ökonomen und Sozialreformers Jeremy Bentham reihen sich so viele Pointen aneinander, dass man zu glauben geneigt ist, ein etwas übereifriger Drehbuchautor habe sich das prototypische Leben eines Genies ausgedacht: Bereits mit zwölf Jahren studiert Bentham als einzelgängerisches Wunderkind mit Angst vor Gespenstern in Oxford, um später einer der einflussreichsten Rechtsphilosophen und Gesellschaftstheoretiker seiner Zeit zu werden. Mit seiner Theorie des Utilitarismus, nach der eine Handlung dann moralisch richtig sei, wenn sie die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen maximier…

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