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Wage es, zu lesen!

Nun also Leipzig. Nun also wieder das Buch. Jene aus der Zeit gefallene Ansammlung bedruckten Totholzes, die Gedanken zu einem Thema umfangreich, fast ausufernd behandelt. Das Buch verhilft dem Leser, im besten Fall, zu einer Einsicht. Oder einer Ansicht. Einer, die zuvor noch nicht da war. Ein geradezu revolutionärer Akt in einer Zeit, wo die Leute lieber eine Meinung als Ahnung von etwas haben.

Dass die Erwartungen an die Besucherzahlen der Buchmesse ähnlich wie im letzten Jahr sind, mutet erstaunlich an. Sind doch Bücher der Gegensatz zu allem, was der Zeitgeist bietet. Haltung wird zu Meinungsschnipseln in Jinglelänge verkürzt. Es hat Konjunktur, diese Schnipsel im Sturm medialer Entrüstungen dann wieder auf Feuilletongröße aufzublasen.

Das Buch überfordert in seiner narrativen Eige…

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