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Roh, nicht medium

Essen ist ein Grundbedürfnis, doch unser Verhältnis dazu ist kompliziert. Was, wie und wie viel wir essen, ist mit Bedeutung aufgeladen. Wer wir sind und welche Stellung wir haben – im Verhältnis zu anderen Menschen oder Tieren –, drückt sich auch durch Appetit und Verzehr aus.

Essstörungen sind heute weit verbreitet. Kaum jemand isst unbeschwert. Der britische Psychoanalytiker Donald Winnicott bemerkte einmal: „Störungen des Appetits sind bei psychischen Erkrankungen eine geläufige Begleiterscheinung, die ganze Bedeutung des Essens wurde aber noch nicht erfasst.“ Wie seltsam es doch ist, eine Kreatur zu sein, deren Bedürfnisse zugleich so klar und undurchschaubar sind.

In den USA ist gerade der umstrittene Film Raw (Originatitel: Grave) der Französin Julia Ducournau angelaufen. Er erzä…

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