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The week

from 16. until 22. March 2017

Ukraine

Zwischenruf aus Berlin

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Foto: AFP/Getty Images

Erstmals hat die Regierung Merkel ihre Partner in Kiew gerügt, den Minsk-II-Vertrag nicht wie vereinbart umzusetzen. Martin Schäfer sagte als Sprecher von Außenminister Gabriel, es werde zu wenig gegen ukrainische Nationalisten getan. Diese hätten freie Hand, Kohlelieferungen aus dem Donbass zu blockieren, wodurch jeder Warenverkehr zum Erliegen komme. Inzwischen hat der Nationale Sicherheitsrat in Kiew den Handel mit der abtrünnigen Region um Luhansk und Donezk gänzlich verboten. Die Erfahrung lehrt: Sind Wirtschaftsbeziehungen gekappt, lässt sich auch politisch nicht mehr viel bewegen. Das Minsk-II-Abkommen von 2015 hat als Friedensstifter offenbar längst ausgedient. Lutz Herden

Klimaschutz

Luftverpester SUV

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Foto: Imago

Statt zu schrumpfen, wachsen hierzulande die klimaschädlichen Emissionen. Industrie, Verkehr und Landwirtschaft stießen im Jahr 2016 insgesamt 906 Millionen Tonnen Treibhausgase aus, das sind vier Millionen mehr als im Vorjahr. Eine Schlüsselrolle bei der miesen CO2-Bilanz spielt der Verkehr: Autos, Lkw und Flugzeuge stießen laut Bundesumweltamt 5,4 Millionen Tonnen mehr Kohlenmonoxid aus als 2015. Und das liegt auch am Klimakiller SUV. Immer mehr Deutsche kaufen großmotorige Autos. Hält der Trend an, rückt das Klimaziel in weite Ferne. Deutschland soll bis 2020 seine Emissionen um 40 Prozent unter den Wert von 1990 drücken. Erreicht sind bisher aber nur magere 27,6 Prozent. Martina Mescher

USA

FBI gegen Trump

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Foto: AFP/Getty Images

Die Ersten sprechen schon von Trumpgate, und tatsächlich hat die jüngste Ermittlung des FBI das Zeug, US-Präsident Donald Trump in Gefahr zu bringen. Vor einem Parlamentsausschuss erklärte FBI-Direktor James Comey (Foto), dass untersucht werde, ob Trumps Team im Wahlkampf mit russischen Stellen kooperiert habe. Es geht um mögliche Absprachen – über russische Cyber-Attacken auf Hillary Clinton. Das wäre Wählerbetrug. Comey und NSA-Chef Rogers stellten auch klar: Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass die Obama-Regierung Trumps Telefon angezapft habe. Dass Top-Sicherheitsleute den Präsidenten der USA praktisch der Lüge bezichtigen, das ist: nie da gewesen. Christian Füller

Joint

Joint am Fließband

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Foto: Imago

Ausgehen nur am Wochenende? Montags bis freitags mal ein Feierabendbier? Klingt nach der Tristesse eines gewöhnlichen Arbeitslebens, der zwei Mitarbeiter von BMW nicht verfallen wollten. Sie warteten nicht bis zur After-Work-Party, sondern bestritten ihre Schicht im Münchner Werk mit Drogen: der eine mit Alkohol, der andere mit Amphetaminen. Aufgeflogen wäre das dank Kollege Roboter wohl nicht, hätte sie nicht ein Joint mit synthetischer Kräutermischung im Pausenraum endgültig ausgeknockt. Die Produktion kollabierte gleich mit, das Fließband stand 40 Minuten still. Der Rausch könnte teuer werden. BMW bezifferte den Schaden auf einen „fünfstelligen Betrag“. Martina Mescher

Vereinte Nationen

Israel-Dokument gestoppt

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Foto: AFP/Getty Images

UN-Generalsekretär António Guterres (Foto) hat Krach wegen eines Berichts des UN-Wirtschafts- und Sozialrats für Westasien (ESCWA). Die Autoren – Vertreter 18 arabischer Staaten – warfen Israel darin vor, die Besatzungspolitik in der Westbank sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Erstmals wurde in einem UN-Dokument Israels Vorgehen „ein Apartheid-Regime“ genannt. Verantwortet hat den Report ESCWA-Exekutivsekretärin Rima Khalaf aus Jordanien. Die US-Botschafterin bei der UNO kritisierte den Bericht mit scharfen Worten, Guterres bestand auf einer Rücknahme des Dokuments, das nicht mit der UNO abgestimmt war. Khalaf trat daraufhin zurück. Lutz Herden