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Beine in Tesa

Der Körper, der hier schreibt, ist müde. So lange schon angestarrt, dass er sich die Frage, ob er geliebt, gemocht, akzeptiert ist, kaum mehr stellt. Lange musste er sich stets ein bisschen mehr verstecken als ein männlicher. Musste sich einschnüren lassen, sich ausstellen. Verlor Flüssigkeiten, die Scham auslösten. Produzierte einen neuen Körper und verlor damit die Exklusivnutzung, erfuhr eine weitere Form der Bewertung von außen. Zwiespältig also diese Beziehung zum Körper, der lange halten soll, aber den seine Benutzerin einen großen Teil von diesem „lange“ abstoßen möchte. Davon müde, zieht er sich also immer mehr zusammen. Zerfällt langsam, soll möglichst wenig spürbar sein. Körper nerven, weil es so widersprüchliche Ansprüche an sie gibt und er selbst derweil immer nur auf Endlic…

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