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Unversöhnliches

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Für Nama-Aktivistin Talita Uinuses ist der Völkermord bis heute gegenwärtig

Foto: David Baltzer

Eine Gestalt in einer weißen Kutte sitzt zwischen zwei brennenden Kerzen am Klavier. Sie hat dem Publikum den Rücken zugewandt, die Kapuze ihrer Robe über den Kopf geschlagen und spielt geisterhafte Töne, die sich allmählich zu einer Melodie fügen. Es ist ein Totenlied, dieses Südwesterlied, ein Lied der Deutschen, die Südwestafrika als ihr gelobtes Land verehren, wie Israel Kaunatjike zu Beginn des Stücks Herero_Nama dem Publikum erklärt. Das Lied ist namibianische Folklore geworden, er selbst hat es als Jugendlicher in der Missionsschule in der Hauptstadt Windhoek gelernt. Als er später erfuhr, wofür diese Hymne steht, verbannte er sie aus seinem persönlichen Gesangsrepertoire.

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