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The week

from 7. until 13. March 2019

Vatikan

Akteneinsicht

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Foto: Alberto Pizzoli/AFP

Erst 2028 hätten die Archive aus der Amtszeit von Papst Pius XII. (1939 – 1958) geöffnet werden müssen. Bisher war es üblich, 70 Jahre nach dem Tod eines Kirchenoberhauptes solche Akteneinsicht zu gewähren. Papst Franziskus (Foto) hat mit dieser Regel gebrochen, da die Rolle Pius XII. im Zweiten Weltkrieg wie bei der Judenverfolgung weiter umstritten ist. Die Kontroversen um sein Pontifikat waren kulminiert, als Benedikt XVI. 2009 eine Heiligsprechung in die Wege leitete. Vor allem jüdische Verbände hatten protestiert, da Pius XII. bis 1945 eine klare Verurteilung des Holocaust vermieden hatte, wie das in Rolf Hochhuths Drama Der Stellvertreter zur Geltung kommt. Lutz Herden

Venezuela

Brennende Hilfsgüter

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Foto: Pablo Cozzaglio/AFP

Präsident Nicolás Maduros Soldaten haben Lastwagen mit Hilfsgütern für hungernde Venezolaner an der Grenze zu Kolumbien in Brand gesteckt: diese Lesart der Ereignisse vom 23. Februar hat die US-Regierung verbreitet, nicht nur im UN-Sicherheitsrat, und darauf gründend weitere Sanktionen gegen Venezuela erlassen. Nun hat die New York Times Videomaterial öffentlich gemacht, das zeigt: die Trucks wurden, wie vermutet (der Freitag 9/2019), von Anhängern des Oppositionellen Juan Guaidó entflammt, mit einem Molotowocktail. Derweil leidet Venezuela an einem Stromausfall, dessen Ursachen unklar sind; Guaidó, der sich als Interimspräsident sieht, will den Notstand erklären lassen. Sebastian Puschner

Rüstungsexport

Mehr Waffen für die Welt

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Foto: Piero Cruciatti/Imago/i-Images

Am meisten Kriegswaffen exportieren mit Abstand die USA, zeigt erneut die Untersuchung des Rüstungshandels durch das Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) für 2014 bis 2018. Demnach stieg der US-Anteil am Rüstungsexport von 30 auf 36 Prozent, der russische fiel hingegen von 27 auf 21 Prozent. Auch die Exporte von Frankreich (6,8) und Deutschland (6,4) stiegen an, es folgt China (5,2 Prozent). Zweitgrößter Abnehmerraum war neben Asian der Nahe Osten, hier wuchs der Waffenimport um 87 Prozent. Saudi-Arabien nimmt 22 Prozent der US- sowie 44 Prozent der britischen Waffen ab und spielt somit eine zentrale Rolle für die Rüstungsindustrie. Elsa Koester

Chemnitz

Fans ehren Extremisten

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Foto: Imago/HärtelPRESS

Einige deutsche Fußballvereine tun sich mit Fans aus der rechten Szene schwer. In Chemnitz, das sich wegen der Hetzjagden auf Migranten vom Herbst 2018 ohnehin im medialen Fokus befindet, ehrte der örtliche Viertligist nun vor einem Heimspiel den verstorbenen Fan Thomas Haller, der als Mitgründer einer rechtsextremen Organisation gilt. Die Stadt distanzierte sich, der Geschäftsführer des Chemnitzer FC trat zurück. Für einfache Erzählmuster kommt dieser ostdeutsche Fall wie gerufen. Tatsächlich birgt das Thema aber eine bundesweite Brisanz. Denn auch Eintracht Braunschweig, Alemannia Aachen oder Borussia Dortmund kennen dieses Nähe-Distanz-Problem mit rechten Fans. Christian Baron

Deutsche & Commerzbank

Too small to sail

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Foto: Boris Roessler/Picture Alliance/dpa

Seit mehr als einem halben Jahr kursieren Gerüchte, die Deutsche Bank werde mit der Commerzbank fusionieren. Bislang sah das Management der Commerzbank (kleiner, teils staatlich, schwächelnd) dieser Option aufgeschlossener entgegen als jenes der Deutschen Bank (größer, aber stark geschrumpft). Vor allem das deutsche Finanzministerium macht Druck in Richtung Fusion, sowohl Minister Olaf Scholz (SPD) als auch Staatssekretär Jörg Kukies meinen, nur zusammen seien die deutschen Banken wettbewerbsfähig. Am Wochenende berichtete Reuters, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (Foto) habe sich ein Mandat für „informelle Gespräche“ in Richtung Bankenhochzeit geholt. Pepe Egger