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Die Demokratie ist nirgendwo eine Eiche

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Ausblick auf das Ungarische Parlament. In den vergangenen Monaten forderten dort immer wieder Protestanten den Rücktritt von Victor Orbán

Foto: Chris McGrath/Getty Images

Die Erzählung geht üblicherweise so: Im Osten Europas sind die jungen postsozialistischen Demokratien besonders anfällig für autoritäre Führer und den starken Staat. Sie sind dies, so will uns die Erzählung überzeugen, aufgrund einer verspäteten Nationsbildung aus den Ruinen der Imperien Habsburgs, der Romanows und der osmanischen Sultane. Die Verspätung – selbstverständlich im Vergleich zu den modernen Nationen Westeuropas – hat nicht nur Sehnsüchte nach der ethnisch homogenen Gemeinschaft in Mythen und extreme Gewalt verwandelt. Sie hat, darüber hinaus, ein historisches Defizit an Demokratieerfahrung perpet...

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