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Hart am Rand

Die Wohnungsfrage habe sie verdorben, urteilte Michail Bulgakow in seinem Roman Meister und Margarita von 1966 über die Moskauer. Auch heute gibt es in der russischen Hauptstadt kaum ein Thema, das kontroverser debattiert wird. Als der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin im Mai 2017 das größte Abrissprogramm der jüngeren Geschichte ankündigt, strömen mehr als Zehntausende Demonstranten auf die Straße. Denn betroffen sind die „Chruschtschowki“, fünfgeschossige Plattenbauten mit winzigen Wohnungen, die um 1960 während der Amtszeit des KP-Generalsekretärs Nikita Chruschtschow eilig und in Serie errichtet wurden. Die in die Städte drängende Landbevölkerung musste versorgt werden. So wurden die Bauten Teil der Moskauer Identität. Auch ältere Gebäude aus der Stalin-Zeit, die „Stalinki“, st…

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