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The week

from 8. until 14. March 2018

Syrien

Enklave geteilt

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Foto: Imago

Die Assad-Armee kontrolliert wieder große Teile der Enklave Ost-Ghuta bei Damaskus. Durch den Vormarsch entstand ein Korridor, der das umkämpfte Gebiet teilt. Im Norden hält sich mit der Islam-Armee eine salafistische Gruppierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Im Süden steht die Rahman-Legion, die sich aus der syrischen Muslimbruderschaft rekrutiert und auf Beistand aus dem Emirat Katar zählen kann. An der Lage der Zivilbevölkerung in den Gefechtszonen hat sich kaum etwas geändert, nachdem UN-Konvois nur einen Teil ihrer Hilfsgüter zum Zielort bringen konnten. Russland hat – wie Ende 2016 in Ost-Aleppo – allen islamistischen Kämpfern freien Abzug angeboten. Lutz Herden

Energie

Altes neu aufgestellt

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Foto: Getty Images

Die Kohle- und Atomkonzerne RWE und Eon versuchen sich an einer Neuaufstellung: Eon soll das lukrative Netzgeschäft der erst vor zwei Jahren gegründeten RWE-Tochter Innogy übernehmen, RWE erhält im Gegenzug 16,7 Prozent an Eon und will sich selbst künftig ganz auf die Erzeugung von Energie konzentrieren. Dadurch versucht jeder der beiden in je einem Marktsegment eine Vormachtstellung zu behaupten; der Abbau von Stellen gilt als wahrscheinlich. Selbst wenn die Aufsichtsräte und Kartellbehörden dem Plan zustimmen, gilt als fraglich, ob er aufgeht – insbesondere RWE hat den Umstieg auf die Erneuerbaren bisher völlig verpasst und setzt weiter auf den Klimakiller Kohle. Malte Thie

Venezuela

Falcón kandidiert

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Foto: Getty Images

Nicht die gesamte Opposition wird die Präsidentenwahl am 20. Mai boykottieren. Antreten will auf jeden Fall Henri Falcón, einst Gouverneur von Lara und als Militär Anhänger des ehemaligen Präsidenten Chávez. Wie das Nachrichtenportal amerika21 schreibt, hat Falcón erklärt: Sollte er regieren, werde es ein Wiederaufbauprogramm geben, um die Lebenshaltungskosten zu senken. Auch wolle er „beste Beziehungen zu den USA“. Zudem verwahre er sich gegen die Wahlabstinenz des oppositionellen Tischs der Demokratischen Einheit (MUD). Für Präsident Maduro (Foto) zeigt der Boykott, dass die Opposition wisse, sie könne nie eine Wahl gegen ihn und das Volk Venezuelas gewinnen. Lutz Herden

USA / Afghanistan

Pakistan-Korridor

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Foto: Getty Images

Trotz des gespannten Verhältnisses zwischen beiden Ländern will das Pentagon verstärkt Routen durch Pakistan für den Afghanistan-Nachschub nutzen, besonders die Strecke vom pakistanischen Hafen Gwadar nach Kandahar. Zuletzt hatte Präsident Trump erklärt, die Regierung in Islamabad unterstütze die Taliban mehr, als dass sie diese bekämpfen lasse. Die Entscheidung, alternative Verbindungen zu suchen, hat mit einem Luftkorridor zu tun, den US-Militärmaschinen über Turkmenistan und Usbekistan benutzen. Wegen der engen Beziehungen der beiden postsowjetischen Republiken zu Russland gilt das Aushandeln der Überflugrechte inzwischen als diplomatische Herausforderung. Lutz Herden

Deutschland

Demos, Molotows für Afrin

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Foto: Imago

Am Wochenende fanden in Essen, Stuttgart, Berlin, Erfurt, Düsseldorf und Hamburg Demonstrationen gegen das Vorrücken der türkischen Armee auf die kurdische Stadt Afrin in Syrien statt. Zugleich ereignete sich eine Serie von Brandanschlägen, die teils erheblichen Sachschaden an einer Ditib-Moschee in Berlin-Reinickendorf, einer Moschee in Lauffen in Baden-Württemberg und einem deutsch-türkischen Freundschaftsverein in Meschede in Nordrhein-Westfalen verursachte. Das türkische Generalkonsulat in Hamburg wurde mit Steinen beworfen. In Bezug auf einige der Anschläge wurden im Internet Bekennerschreiben im Namen kurdischer Gruppen veröffentlicht. Pepe Egger