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Viel Wind in den Weiden

Die Riesenwanze hat nicht viele Freunde. Auch der Frosch am Ufer des Tinker Creek in Virginia gehört nicht unbedingt zur Kategorie der Kuscheltiere. Er sitzt reglos da – und schrumpelt unter den entsetzten Augen der Beobachterin zusammen wie ein Ball, der die Luft verliert. Das Gesicht verwelkt, er schaut ratlos aus seinen erlöschenden Froschaugen, und dann geht seine leere Haut unter und trudelt im Fluss davon. Die Riesenwanze hat ihn angestochen, hat ihn mit ihrem Gift innerlich verflüssigt und ausgesaugt, so wie man einen kühlen Sommerdrink mit Strohhalm zu sich nimmt.

Die amerikanische Essayistin und Lyrikerin Annie Dillard schildert die Szene eingangs ihres grandiosen, jüngst wieder neu aufgelegten Klassikers Pilger am Tinker Creek. Er fällt heute, mehr als 40 Jahre nach seiner Ent…

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