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Feindbild Dogma

Ein Zeitalter wird besichtigt. Ein großer alter Zeppelin geht glitzernd zu Boden. Ein Geist, der zu einer untergegangenen Epoche gehört, schwebt noch einmal durch die Welt, zu der er gehörte, und die Welt ist nicht zu trennen von seinem Geist. Der Geist nämlich ist ein individualistisch-liberaler, und sich mitsamt dem Körper in diese Welt zu stürzen, anzupacken in ihr, vielleicht den stets zu schlichten Fingerzeigen der Moral zu folgen, ist ihm allemal zu banal. Wie anders kann der Geist sich der Welt gegenüber behaupten als dadurch, dass er ihr fernbleibt? Du bist in mir, verhalte dich. Sagt die Welt. Nein! Erwidert der liberale Geist, alles, was zählt, sind die Funken, die ich aus deinen Phänomenen schlagen kann. Denn es gibt eine größere, bedeutendere Sphäre als die des Geschehens – …

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