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Deleuze träumt

Wer erinnert sich noch, bald 50 Jahre nach 1968, an die Rolle, welche Philosophie, Theorie und Literatur in jenen Jahren spielten? Kein studentischer Kneipen-Guerillero, keine links-bewegte Friedensaktivistin kam damals ohne Camus aus, die Befreiung des „Trikont“ war nicht zu haben ohne Mao Zedongs rotes Büchlein. Selbst in der tiefen Provinz westdeutscher Kleinstädte versenkten sich revolutionär gestimmte Oberschüler allabendlich in ihren Marx. Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, dazu die unvermeidliche Frankfurter Schule der heimgekehrten Exilierten Adorno und Horkheimer, sie alle sorgten für den Tiefsinn der Gesellschaftskritik. Frankreich war der Ort lebendiger philosophischer Produktivität.

Während Sartre und andere im Namen von Humanität und Sozialismus beinahe täglich medienwir…

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