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Bitte leicht hardboiled

In Zeiten von Fake-Prosa und Authentizitätswahn (Zigaretten, Kaffee, authentischer Knausgård) kommt der selbsterklärte Onkel der deutschen Popliteratur mit Alles Lüge eigentlich richtig. In dem keck Michel Houellebecq gewidmeten Werk schickt der Welt-Autor und taz-Blogger Joachim Lottmann in altbewährter „Auf der Borderline nachts um halb eins“-Manier sein Alter Ego Johannes Lohmer durch ein Jahr Euro- (und Ehe-)rise. Er ist mit einer linken Politikjournalistin verheiratet, „körperlich überaus attraktiv, seelisch aber kapriziös“. Ihr folgt er nach Athen (wo es wie DDR riecht), mit ihr streitet er über den „Zweiten Faschismus“ (der Islamismus). Das grandiose Desinteresse an allem, was nur entfernt Handlung sein könnte, macht den Sound aus, der leider immer nur kurz trägt.

Jedes Medienthe…

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