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The week

from 10. until 16. March 2016

Tierschutz

48 Millionen tote Küken

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Foto: Getty Images

Auch in Tierfabriken gibt es Sexismus: Männliche Küken werden direkt nach der Geburt getötet, weil sie keine Eier legen und zu wenig Fleisch ansetzen. In der Regel werden sie geschreddert oder vergast. Im vergangenen Jahr fanden so rund 48 Millionen Tiere den Tod, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht. Das ist mehr als je zuvor. Tierschützer fordern seit langem ein Verbot dieser Praxis, der CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will aber lieber auf technische Lösungen warten, mit denen man das Geschlecht des Kükens schon im Ei feststellen kann. Derweil hat das Landgericht Münster eine Klage gegen das Massentöten abgelehnt. Felix Werdermann

Myanmar

Von oben herab?

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Foto: dpa

Präsidentin konnte sie nicht werden, das hat die Verfassung von Myanmar verhindert. Aung San Suu Kyi hat zwei Söhne mit britischem Pass, weshalb ihre Kandidatur nicht zulässig war. Bemühungen, diese absurde Vorschrift zu ändern, scheiterten. Nun wurde ein enger Vertrauter der Nobelpreisträgerin von beiden Kammern des Parlaments zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Der Universitätsprofessor Htin Kyaw (Foto) ist in der ehemaligen Militärdiktatur der erste demokratische Präsident seit 50 Jahren. Doch ganz aufgegeben hat Suu Kyi ihre Ambitionen offenbar nicht. Sie kündigte bereits an, dass sie „über“ dem Präsidenten stehen und mithelfen wolle, das Land zu lenken. Philip Grassmann

USA

Trump entgrenzt

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Foto: Getty Images

Im US-Vorwahlkampf wird der Ton immer rauer. Dass sich die Kontrahenten bei TV-Debatten nichts schenken, daran hat man sich ja gewöhnt. „Lügner“, „Anfänger“, „Idiot“ ist das gängige Vokabular, das Donald Trump für seine republikanischen Mitbewerber bereithält. Neu ist, dass er auch normale Leute beschimpft, vor allen diejenigen, die gegen seine Wahlkampfveranstaltungen protestieren. Dass sie einfach nur „Dreck“ seien, gehörte dabei noch nicht zu den heftigsten Beleidigungen. Damit nicht genug: Trump forderte seine Unterstützer auf, die Demonstranten zu verprügeln, die Anwaltskosten würde er übernehmen. Inzwischen hat er auch Anhängern von Bernie Sanders gedroht. Philip Grassmann

Flüchtlingspolitik

Steinbach entgrenzter

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Foto: Imago

Erika Steinbach (Foto) kann es nicht lassen.Munter twittert die CDU-Rechte gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin an. Dabei ist sie selbst – warum eigentlich? – Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Unionsfraktion im Bundestag. Nun verlinkte sie in einem Tweet einen Artikel über angebliche Pläne von EU-Staaten, Flüchtlinge aus der Türkei schneller aufzunehmen. Dazu schrieb sie: „Seit September alles ohne Einverständnis des Bundestags. Wie in einer Diktatur.“ Mittlerweile gehen CDU-Abgeordnete offen auf Distanz zu Steinbach. Marco Wanderwitz schrieb: „Schäme mich, mit Frau Steinbach in einer Fraktion zu sein. Irgendwann ist es zu viel und irgendwann war schon.“ Felix Werdermann

Atomausstieg

Energiekonzerne klagen

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Foto: Getty Images

Kostet die deutschen Steuerzahler das Abschalten der AKW am Ende noch Milliarden von Euro? Die Betreiber wollen jedenfalls Schadenersatz und klagen nun vor dem Bundesverfassungsgericht. Das soll klären, ob es sich bei dem nach Fukushima beschlossenen Atomausstieg um eine Enteignung handelt. Allerdings ist fraglich, ob die Atomkonzerne durchkommen, auch weil sie den rot-grünen Atomkonsens von 2001 unterschrieben haben, der dem beklagten Beschluss von 2011 sehr ähnlich ist. Möglicherweise wird die Klage auch fallen gelassen, wenn die Politik den Konzernen in der Frage nach den Kosten für die Atommüllendlagerung entgegenkommt. Felix Werdermann