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The week

from 4. until 10. March 2021

Die Linke

Wo laufen sie denn?

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Foto: Imago Images

Als Spitzenpolitikerin kann man nicht bei allen Themen alle Details wissen. Aber als frisch gewählte Spitzenpolitikerin sollte man zumindest die wichtigsten Fakten parat haben. Die neue Linken-Chefin Susanne Hennig-Welsow hat da eindeutig noch Nachholbedarf. Auf die Frage eines Journalisten, wo denn überall die Bundeswehr im Ausland stationiert sei, musste Hennig-Welsow vor laufender Kamera passen. „Da muss ich ehrlich sagen, die hab’ ich nicht alle einzeln im Blick.“ Auf Nachfrage fiel ihr immerhin Afghanistan ein. Die Unwissenheit erstaunt, denn seit Jahren gehört die Kritik an den Auslandseinsätzen der Bundeswehr zum Credo der Linkspartei. Philip Grassmann

Sturm über Frankreich

Islamogauchisme

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Foto: Imago Images

Denunziation ist aus der politischen Kultur vieler Staaten nicht mehr wegzudenken. In Frankreich knöpft sie sich gerade den „Islamogauchisme“ vor, der an Universitäten des Landes grassieren soll. Das Label gilt Autoren von Postkolonialismusstudien, denen unterstellt wird, mit Islamisten verschränkt zu sein. In der Tradition des „Tiers-Mondisme“ würden Dschihad-Strömungen zu antiimperialistischen Bewegungen stilisiert, wettert Forschungsministerin Vidal. Mutmaßungen befeuern die vor allem im Blatt Le Monde geführte Debatte. Zuletzt stimmten 130 Akademiker der Ministerin ausdrücklich zu und verwahrten sich gegen die Annahme, Vidal sei ein Vorposten Macrons. Lutz Herden

Verstrahlt

Das entschädigt ... wofür?

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Foto: Imago Images

Nur wenige Tage vor dem 10. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima am 11. März hat sich die Bundesregierung mit mehreren Betreibern von Atomkraftwerken auf eine Entschädigung geeinigt. Eon, Vattenfall et al. erhalten für den 2011 vollzogenen Merkel’schen Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Atomausstieg insgesamt 2,4 Milliarden Euro. Die BuReg nennt das nicht so, sie sagt: Für entgangene Gewinne und umsonst getätigte Investitionen. Tja dann. Greenpeace rechnet vor, dass die Atomindustrie zwischen 1950 und dem endgültigen Ausstieg mehr als 300 Milliarden Subventionen abgegriffen haben wird. Da fallen 2,4 Milliarden wirklich nicht mehr ins Gewicht. Pepe Egger

Argentinien

Manipulierte Preise

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Foto: Getty Images

Konsumentenschützer in Buenos Aires haben Anzeige gegen nationale wie transnationale Konzerne erstattet. Sie würden ihre Produktionskapazität nicht auslasten und Waren dem Verkauf entziehen, um die Preise in die Höhe zu treiben. Tatsächlich gibt es in Argentinien seit Wochen, begünstigt durch die Corona-Krise, deutlich verteuerte Grundnahrungsmittel, schreibt das Portal amerika21.de. Die linksliberale Regierung von Präsident Alberto Fernández treibt das zur Flucht nach vorn und in Verhandlungen mit Unternehmen des Agrarsektors. Im März 2020 hatte sie verfügt, dass wegen des Gesundheitsnotstands Höchstpreise für Produkte der Grundversorgung gelten sollten. Lutz Herden

Ausgedacht & draufgesetzt

It must have been Löw

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Foto: Getty Images

Joachim Löw hat ein Einsehen mit sich selbst und will nach der EM die Nationalmannschaft ziehen lassen. Sein Credo, mal verliert man und mal gewinnen die anderen, hatte den DFB zuletzt immer weniger überzeugt. Nach dem Gewinn der WM 2014 bestätigte sich die bittere Fußballerweisheit: Jede Seite hat zwei Medaillen. Wer wird der Nachfolger? Christoph Daum ist im Gespräch, weil er die Nationalmannschaft internationalisieren will und sich so zitieren lässt: „Mir ist egal, ob einer aus Argentinien, Kroatien oder Tirol kommt, die Leistung entscheidet, nicht irgendeine Blutgruppe. Wir wollen nicht nur Tore schießen, sondern auch, dass der Ball reingeht.“ Lutz Herden